>> Wiener Hausärzteverband

Leserbriefbeantwortung Dr. Karl Dorfinger
Arzt für Urologie

Ja - da haben wir den Salat!
Den Sie Kollege Dorfinger aus wohl ausgelesenen Vorurteilen und einer Reihe von niederträchtigen Unterstellungen angerichtet haben:
Weder sind wir Allgemeinmediziner mächtig, noch verfügen wir über ein "Zentralbüro" welcher Prägung auch immer!

Es ist mir unverständlich, wie man einerseits die "Einheit des Standes" als oberste Priorität darstellen kann, um danach uns den Allgemeinmedizinern - quasi als Killerphrase - die Wartezeiten in den Ordinationen vorwerfen zu können. Abgesehen davon, dass diese im Durchschnitt nicht so lang sind, wie behauptet, behandeln wir eben jeden Patienten eines Ordinationstages! Fachärzte bieten eben oft erst in der Zukunft einen Termin als Kontakt- und Behandlungsmöglichkeit an. Dies ist dem Stv. Bundesfachgruppenobmann der Urologen wohl bekannt! Trotzdem vermeint er noch argumentieren zu müssen, dass es ein Ziel von uns Allgemeinmedizinern wäre, die Behandlungszeit zu verkürzen. Wiederum ein völlig aus der Luft gegriffenes Argument, das natürlich jeglicher Realität entbehrt. Selbst weis er wohl über die Realität einer Kassenpraxis Bescheid, die nun nur dann geführt werden kann, wenn sie rationell und effektiv geleitet wird.

Lobbyismus von Fachgesellschaften sind sehr wohl zur täglichen Realität geworden - auch wenn argumentiert wird, dass man sich der Medienwelt nicht entziehen könne! Und erfolgreich ist dies allemal! Ohne lobbyistischen Druck ist es beispielsweise nicht erklärbar, dass eine Hauptverbandsbestimmung festlegt, ein kassenfreies Antihypertonikum unter einem anderen Namen und anderer Indikation plötzlich nur für Urologen kassenfrei verschreibbar ist.

Wo anders als in der Kammer selbst können wir diese verschiedenen Sichtweisen untereinander debattieren? Wo anders als in unseren Kammermitteilungen können wir unsere Standpunkte sinnvollerweise artikulieren und uns mit den standespolitischen Interessen der einzelnen ärztlichen Subgruppen auseinandersetzen? Diese fair zu bewerten aufeinander abzustimmen und letztlich umzusetzen ist die demokratische Aufgabe der Kammerführung!

Eines muss jedem Standesvertreter wohl klar sein: Es ist kein Spiel das hier riskiert wird. Es geht um unser aller Zukunft!