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Richtigstellung der unwahren Behauptungen der WGKK

Die Gebietskrankenkasse informiert ihre Zwangsversicherten mit einer Unverfrorenheit falsch, die an marxistische Systeme erinnert!

Da wird gelogen, dass sich die Balken biegen.

Die Wahrheit ist:
Die Krankenkasse hat die Verträge mit ALLEN Vertragsärzten gekündigt noch bevor irgend eine Forderung auch nur anverhandelt werden konnte. Und zwar nicht nur die Honorarordnung, die regelt, was die Ärzte für die einzelnen Spezialleistungen zu bekommen haben, sondern den sogenannten GESAMTVERTRAG, der jeden einzelnen Punkt der Zusammenarbeit von Ärzten und GKK regelt. Das war bisher noch NIE der Fall!!

Wenn hier behauptet wird, die Arzthonorare wären um 5% gestiegen, dann muß schon dazu gesagt werden,dass damit gemeint ist : Für Arzthonorare wurden insgesamt 5% mehr ausgegeben, nicht der einzelne Arzt hat 5% mehr bekommen.Teure medizinische Leistungen sind hier inkludiert, wie z.B. CT, MRT, alle endoskopischen Eingriffe etc.
Die tatsächliche Tariferhöhung betrug 2003 ganze 0,7%, und das weiß die Kasse auch!! Seit fast 20 Jahren lassen wir Federn, um das System nicht zu gefährden, haben so also mehr als jede andere Berufsgruppe

Zur Stabilität unserer Gesundheitsversorgung beigetragen,und als Dank reduziert die GKK unsere Verhandlungspunkte in der Öffentlichkeit(mit den Geldern der Zwangsmitglieder) auf "Deutlich höhere Honorare". Was als deutliche Erhöhung definiert wird sieht so aus: Wir wollten die Scheinpauschale, die seit 10 Jahren unverändert ist um 1 Euro pro Quartal und jeden geleisteten Punkt um 1 Cent erhöht haben. Für einen Krankenschein bekommt der Arzt im Quartal(d.h. für DREI Monate) 20 Euro. Dafür kann der Patient kommen, sooft er will. Wie moderat wir bisher verhandelt haben, beweist, dass diese mehr als bescheidene Ausgangsbasis für Verhandlungen als "DEUTLICH" bezeichnet wird. Darüber wurde aber erst NACHDEM uns die WGKK kündigte verhandelt!

Jeder vernünftige Mensch kann sich vorstellen, was es bedeuten würde, wenn wir unsere Qualität von außenstehenden Bürokraten nach rein gesundheitsokonomischen Gesichtspunkten kontrollieren lassen würden.

Wir hätten im Nu englische Verhältnisse. Unsere Qualitätsprüfung ist eine rein ärztliche Aufgabe. Gute, qualitativ hochstehende Arbeit zu leisten ist für JEDEN Arzt eine Überlebensfrage, man scheint am Wie- nerberg vergessen zu haben, dass wir eine FREIE Arztwahl haben, dass eine miese Praxis also nicht lange existieren könnte.
Es wird versprochen, dass kein Vertrag aus Spargründen gekündigt werden wird-STIMMT, denn es gibt keine Verträge mehr, die gekündigt werde könnten!!

Wenn die Arztdichte in Wien höher ist als in den Bundesländern, dann liegt das daran, dass Wien eine Großstadt ist und im Vergleich mit z.B. Berlin oder Hamburg keineswegs "überarztet" ist. Der Fairness halber sollte die WGKK aber auch erwähnen, dass unsere Einkommens-situation mit Abstand die schlechteste in Österreich ist, wir liegen 17% unter dem Durchschnitt!

Ein Vertragsloser Zustand wird nicht wegen der Honorarwünsche der Ärzte kommen, sondern deswegen, weil die Gebietskrankenkasse die Verträge mit ALLEN Ärzten gekündigt hat und Ärzte ohne Verträge sind nun einmal vertragslose Ärzte. Wir haben diese Situation nicht verschuldet!!

Meiner Meinung nach schafft es nicht grade ein gutes Verhandlungsklima, wenn ein "Partner" derart gegen einen anderen polemisiert!

Wir wollen wieder einen Vertrag haben, beenden Sie diese Kampagne gegen uns und kehren Sie zu einem ehrlichen, offenen Verhandlungsstil zurück!

MR.Dr. Peter Hosiner
Arzt für Allgemeinmedizin und Präsident des Österreichischen Hausärzteverbandes Landesgruppe Wien