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Brief des Wiener Präsidenten

Zur Information der Öffentlichkeit hielt die Landesgruppe Wien am 26.11.03 eine Pressekonferenz zum Thema "Der Vertragslose Zustand" ab.

Das Interesse war sehr groß, es kamen 18 Journalisten ins Cafe Landtmann. Wir haben die Auswirkungen für alle Betroffenen und die möglichen Szenarien nach dem 1.1.04 aufgearbeitet wie folgt:

Einige Radiosender und Tageszeitungen berichteten zum Teil sehr fair.

Obmann Bittner hat bitterböse darauf reagiert, was beweist, dass wir ernst genommen werden.

Der "vertragslose Zustand" als gutes Geschäft für einige Ärztekammerfunktionäre
Hausärzteverband will Patienten für eigene Gagenerhöhung zahlen lassen.

Die Splittergruppe "Hausärzteverband" - eine Minderheitenfraktion in der Ärztekammer - belastet die konstruktiven Verhandlungen zwischen Kasse und Kammer.

Statt darüber nachzudenken was man alles bei einem "vertragslosen Zustand" von den Patienten kassieren kann, sollte sich der Hausärzteverband konstruktiv in die Verhandlungen einbringen und an der Suche nach einer Lösung beteiligen.

Außer überzogene Honorarforderungen ist vom Hausärzteverband bis Dato kein einziger konstruktiver Vorschlag zur Strukturverbesserung gekommen: Längere Öffnungszeiten werden strikt abgelehnt, Nebenerwerbsordinationen mit wenig Zeit für Patienten werden verteidigt, mehr barrierefrei zugängliche Ordinationen werden von Hausärzteverband als Zumutung empfunden und moderne Qualitätssicherung wird zur "Schikane" erklärt.

Ein besonderer Bremser ist der Hausärzteverband wenn es darum geht, den riesigen Berg an abgelaufenen Medikamenten die jedes Jahr im Sondermüll landen zu verkleinern. Hier wird das Beitragsgeld der Versicherten mit vollen Händen beim Fenster hinaus geschmissen und der Hausärzteverband tut das Seine dazu, dass das auch so bleibt. Ärzte tragen Verantwortung für das was sie auf den Rezeptblock schreiben - auch wenn der Hausärzteverband das nicht wahr haben möchte.

Die WGKK fordert den Hausärzteverband auf, endlich über die Bedürfnisse der Patienten nachzudenken, statt über ihre eigene Geldbörse. "Für die eigenen Einkommenserwartungen nimmt der Hausärzteverband die Patienten in Geiselhaft. Tausende Wienerinnen und Wiener würden ihre Einkommenssituation gerne mit jener der Ärzte tauschen. Der Hausärzteverband jammert auf höchstem Niveau" stellte der Obmann der Wiener Gebietskrankenkasse Franz Bittner fest.


Betreff: Bittnerentgegnung

Herr Obmann Bittner bezeichnet den Hausärzteverband als Splittergruppe. Dabei übersieht er (absichtlich?), dass wir nicht nur den Kurienobmannstellvertreter der niedergelassenen Ärzteschaft, sondern auch den Sektionsobmann der Prakt. Ärzte und seine Stellvertreterin stellen! Die SpitzenrepräsentantInnen der Wiener Hausärzte kommen somit vom Hausärzteverband. Diese verhandeln seit Wochen intensiv und konstruktiv, damit ein vertragloser Zustand verhindert wird.

Der Hausärzteverband ist allerdings die Interessensvertretung der niedergelassenen Allgemeinmediziner und vertritt somit ganz legitim NICHT die Interessen der Gebietskrankenkasse. Wohl aber ist für ihn Qualität sehr wichtig - er veranstaltet mehrere Fortbildungen jährlich. Auch das Problem der Arzneimittelökonomie auf Nachtkastlkontrollniveau abzuhandeln wehrt er sich!

Das Honorarvolumen an die Medikamentenausgaben zu koppeln hält er eher für "unmoralisch", wir wollen unsere Bezahlung nicht den Patienten "vom Mund absparen".

Dass die Ärzteschaft viel zu wenig an ihr Einkommen denkt, wird der Gewerkschaftsfunktionär und Nebenerwerbsobmann ganz leicht daran erkennen, dass unsere "Einkommensangleichung" seit mehr als zehn Jahren unter der Inflationsrate geblieben ist.
Im Affekt hat aber selten wer den Durchblick!

PS.: 1600 Ärzte würden Ihre Einkommenssituation gerne mit der des Herrn Obmann Bittner tauschen!

Auch wenn die WGKK nicht der Meinung ist, so glaube ich doch, dass es legitim ist, wenn wir unsere Interessen und nicht die der Krankenkasse vertreten!
Wir werden alles dafür tun, dass der Hausarzt ein freier Beruf bleibt!!!!

Ihr

Peter Hosiner