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Leserbrief zum Artikel "Wir müssen die Versicherten schützen" in der Ärztewoche vom 01.10.03, Seite 25:

Frau Mag. Hartinger macht in der Reihe der neuen Hauptverbandsfunktionäre keine Ausnahme, auch sie will sich mit desavouierenden Aussagen über die Ärzte profilieren.
Offensichtlich weiß sie selber nicht genau, wie sie uns was am Zeug flicken könnte, denn einerseits behauptet sie, der HV würde von uns Leistungen kaufen, andererseits behauptet sie ein paar Zeilen weiter, wir wären quasi pragmatisierte Angestellte des Hauptverbandes. Wenn dem so wäre, müssten uns die Ordinationen, ein Gehalt, ein Dienstauto und auch sonst alles, was andere Funktionäre in ihrem fiktiven Gesundheitsdienst bekommen, zur Verfügung gestellt werden. Solange wir das Risiko tragen und nur bezahlt bekommen, was wir auch wirklich leisten (wahrscheinlich für Beamte nicht vorstellbar!) sind wir ein freier Beruf, der Leistungen anbietet, sich aber von NIEMANDEM Vorschriften machen lässt, die über abgeschlossene Verträge hinausgehen!!!

Frau Mag. Hartinger braucht die Versicherten nicht vor uns schützen, wie ALLE Umfragen zeigen, sind die sehr zufrieden mit uns. Wenn aber kein Geld da ist um ausgezeichnete Leistungen zu bezahlen, ist es wohl das PRIMITIVSTE, diese schlecht zu machen! Da machen wir vom HAUSÄRZTEVERBAND nicht mit!! Wir sind dazu da, um die niedergelassen Hausärzte vor derartig unqualifizierten Angriffen zu schützen!

Was bedeutet Ihre Aussage, Fr. Mag.Hartinger, dass der Allgemeinmediziner eigentlich das breite Wissen haben SOLLTE, um Gatekeeper zu sein? Halten Sie sich für qualifiziert, uns dieses Wissen abzusprechen? Wollen Sie absichtlich mit Ihren ungeschickten Aussagen die Gesprächsbasis zerstören, oder sind Sie so naiv zu glauben, wir lassen uns das gefallen?

Sie lösen das Problem der "5 Minutenmedizin" und geben sich als Expertin aus, die Sie wahrlich nicht sind!

Eine Deckelung der Honorare ist wohl das Unbeholfenste was einem einfallen kann, aber, wie der Artikel beweist, haben Sie ja gar nicht die Absicht, sich mit unseren Problemen auseinanderzusetzen! Sie kochen Ihr Süppchen auf unsere Kosten. Damit schmeißen Sie uns den Fehdehandschuh ins Gesicht!

Wir wollen als freier Beruf unsere Arbeit zu gerechten Honoraren machen und die Patienten(an denen Ihnen angeblich so viel liegt) weiterhin mit der gleichbleibenden Qualität zufrieden stellen!
AUS DIESEM GRUND MUSS DER HAUSARZT EIN FREIER BERUF BLEIBEN!!

MR.Dr. Peter Hosiner
Arzt für Allgemeinmedizin und
Präsident des Hausärzteverbandes, Landesgruppe Wien